06th Mrz 2010
Synchron oder nicht, das ist hier die Frage
Leute, ich hab da ein Problem. Ich meine, euch stört das wirklich nicht? Euch macht es nichts aus, dass ihr euch Filme im Kino nicht im Originalton angucken könnt? Also hier in Tschechien ist (war) es bis auf Kinderfilme so, dass man sie für Kinos noch im Original mit Untertiteln gelassen hat. Erst wenn sie dan im Fernsehen liefen, wurden sie synchronisiert. Und ich fand es vollkommen in Ordnung so - erstens weil ich so scharf auf die Originalstimmen der Schauspieler bin, zweitens weil man ja sein Englisch bisschen üben kann. Und selbst wenn es andere als englisch gesprochene Filme waren, fand ich es total interessant, mir die Sprachen anzuhören. Von deutschen Filmen ja ganz abgesehen. ;-)
Aber jetzt, mit der 3D-Ära, werden auch in Kinos schon Filme synchronisiert. Ok, bei Avatar noch nicht so schlimm. Aber sagt mal, bei Alice im Wunderland… die Raupe, die mit der Stimme von Alan Rickman spricht, ihr würdet das nicht hören wollen? Oder die Cheshire-Katze mit der Stimme von Stephen Fry? Der weiße Hase Michael Sheen (my dear, dear Robbie Ross!)? Johnny Depp… eben halt mit der Stimme von Johnny Depp?
Ich weiß nicht. Wahrscheinlich hat jemand das Gefühl, mit der ollen Brille auf der Nase werde ich nur noch über die Effekte staunen und keine Zeit zum Untertitel-Lesen haben. Eigentlich bin ich anderer Meinung, ändern kann ich es jedoch kaum. Und das macht mich ziemlich wütend. Ich wiederhole: Alan Rickman, DER Alan Rickman mit DER herrlichen Stimme, ihr werdet es nicht vermissen?
Tjaaa, hast du natürlich vollkommen recht, liebste Eva. Aber was ist, wenn man niiiie den Originalton zu den Filmen hat? Wir Deutschen lieben leichte Kost? Die Filme in den Kinos sind ja immer synchronisiert. naja, vermutlich kann man sie im Original sehen wenn man es möchte. Ich habe keine Ahnung, ob es Termine für die Originalvertonung gibt. Ich hatte auch noch nie den Bedarf. Allerdings gibts ja auch so etliche herrliche deutsche Synchronstimmen und die liebst du ja auch…von den Hörbüchern :-) Ich glaube wir Deutschen sind ganz schön verwöhnt. Hier wird es wohl sogar als Zumutung empfunden, wenn man bei einem Film andauernd lesen muss :-)
Gruß aus Hamburg!
Stell’ dir vor alle Filme in allen Kinos würden in deiner Sprache synchronisiert. Dir würde es anders herum ergehen: Wenn du die Originalstimme hörst, glaubst du nicht, das das DIE Stimme ist.
Ist schon ein wenig verrückt.
Man kann nicht vermissen, was man nicht hatte.
Ich habe gerade mal nachgesehen, wieviel OmU im Kino in meiner Stadt laufen…
Es sind 2 von 35 Filmen. Den Vergleich der Anzahl der Vorstellungen erspar’ ich dir lieber. Die OmU sind nur 2 Vorstellungen (Jeder Filmtitel 1x). Und nicht ein einziger Blockbuster dabei.
Es bleibt einem also die Wahl zwischen dem synchronisierten Film den man sehen will oder dem nichtsynchronisierten Film, den man aber eigentlich nicht sehen will.
Verrückt, oder?
Manchmal bleibt dann nur später die DVD zu kaufen/leihen, um das Original zu hören. :-(
Schöne Grüße aus Oldenburg.
Ich bin da zwiegespalten. Zum einen habe ich inzwischen schon einige Synchronsprecher live gesehen und da fällt es schwerer, bei einem Film abzuschalten und nicht den Synchronsprecher im Kopf zu haben. Auf der anderen Seite ist die Qualität bei deutschen Kinosynchronisationen sehr hoch und der Sound einfach besser als der Set-Ton (der dafür dann allerdings etwas natürlicher wirkt). Zum anderen stören Untertitel den Film und lenken ab. Ich meine, wenn man bedenkt, wie teuer so ein Film ist und dann wird das Bild einfach mal so mir nichts dir nichts mit Schrift verunziert.
Also, wenn Originalton, dann ohne Untertitel. Man versteht zwar nicht immer alles, aber dafür konzentriert man sich auf den Film und wird nicht abgelenkt. Und zum Englischlernen sind am besten englische Filme mit englischen Untertiteln, aber im Kino muss das nicht sein.
Es gibt natürlich Ausnahmen: Filme wie Jim Jarmuschs “Night on Earth”, die multilingual sind, müssen natürlich untertitelt werden (und diesen Film zu synchronisieren würde ihm weitaus mehr schaden, als Schrift einzublenden).
Huhu auch von dem anderen Efeu mal wieder!
Biste etwas ausm Stress aufgetaucht? :-)
Hui, eine Kinodiskussion, da muss ich mich dringend einklinken. :) Und ich find die von dir gestellte Frage mehr als berechtigt.
Aber meine VorrednerInnen haben recht: Es kommt vermutlich zum einen drauf an, was man wie gewöhnt ist, und zum anderen hat auch Synchro ihre (bereits genannten - guter Wortklang, keine Ablenkung durch Lesen, Umdenken etc.) Vorteile.
Lustig: Ich mag auch manche Synchronstimmen sehr und bin dann teils enttäuscht, wenn ich mal das Original höre, weil es viel “unspezifischer”, unsympathischer o.ä. zu klingen scheint. Ich bin z.B. gewohnt, dass Tom Hanks mit einer Synchronstimme spricht, die ich sehr prägnant und sympathisch finde, und stutze dann, wenn der Mann in einem unsynchronisierten Film oder auf ‘ner Oscar-Bühne;) oder einem Interview plötzlich viel tiefer und anders klingt. So kann’s gehen. Nachteile (das Beispiel eignet sich so schön): 1. Der Sprecher synchronisiert leider recht VIELE Filmgrößen, z.B. auch Bill Murray oder Kevin Kline. Schön für sein Bankkonto, verwirrend für den Filmfan. *schmunzel* 2. Bei “Illuminati” klang er irgendwie… hm… gealtert, während der Originalschauspieler es nicht sein soll.
Deutsche Synchronisation ist i.d.R. echt ganz gut, Ausnahmen bestätigen diese Regel aber wie immer. Hat jemand z.B. “Jalla! Jalla!” gesehen? Großartiger Gaga-Film, aber welch lausige Synchro-Qualität! Ohne “Atmo-Ton” und irgendwie dilettantisch, da hab ich mir das schwedische Original mit deutschen Untertiteln gewünscht!
Und manchmal ist die Synchro noch das Einzige, um kreativ aus ‘nem Film noch was rauszuholen, manchmal aber verschandelt sie alles, weil manche Wortwitze z.B. einfach nicht funktionieren, wenn man sie übersetzt.
In Berlin gibt es viele Möglichkeiten, Filme im Original zu sehen (meist leider nicht zu Billigpreisen und oft ausverkauft). Ob ganz original (weil die Untertitel eben doch das Bild verschandeln und vom Zuhören ablenken) oder als OmU, wobei ich es auch oft besser finde, z.B. englischsprachige Filme nicht mit deutschen, sondern mit englischen UT zu gucken - man hört erstmal zu, und wenn man jemanden (z.B. wegen Nuschelns, Dialektes, Akzentes etc.) nicht versteht, guckt man in dem Moment halt mal aufs Geschriebene und dann sortieren sich die Silben plötzlich auf wundersame Weise.
Aber natürlich ist das hier in der angeblichen Metropole sehr privilegiert. Im hübschen, kleinen Städtchen Oldenburg ist die Auswahl da eben geringer. Aber siehste: Selbst da kann man Originalversionen gucken. So schlimm und banausenhaft sind wir Deutschen vielleicht gar nicht! ;-)
Klar sind manche Schauspielerstimmen im Original viel besser (nicht nur DER Alan Rickman, aber z.B. der, ja! *gg*) und klar sind multilinguale Filme eh eine Ausnahme. Wer “Inglorious Basterds” synchronisiert anguckt, tut mir echt leid. Zumal: Da wechseln die doch eh dauernd die Sprache und man hat dann Synchro-Nachteile UND noch Untertitel. ;-)
Provokation zum Abschluss: Ein bisschen isses manchmal auch Gehabe, find ich: “Also diesen Film muuuuuuuss man dringend im Original gesehen haben!” - Ich behaupte jetzt mal ganz dreist: Erstens MUSS man(!?) gar nix.
Zweitens plustern sich mit diesem Getue à la “Ich bin was Besseres, weil ich es mir nicht einfach mache, sondern meinen Intellekt mit anstrengenden Originalversionen zur Schau trage und natürlich(!) danach verlauten lasse, dass der ‘im Original ja vieeel besser’ ist und jeder niederen Geisteszustandes und prollig ist, der den Film synchronsiert guckt” nur auf. Und verstehen nicht mal alles, wenn sie da das Englische auf sich reinprasseln hören mit all seinen Facetten und Dialekten etc. - schon gar nicht alle feinen Unterschiede.
Wie ist das in Tschechien eigentlich mit TV-Serien? Werden die synchronisiert oder untertitelt? Ich find Dr. House’s deutsche Stimme noch besser/zynischer als seine englische, ehrlich gesagt. ;-)
Ende des Romans, sorry *lach*
Grüne Grüße aus Berlinien,
das andere Efeu
Hach, wird ja bald Zeit, dass ich mich der Diskussion auch wieder anschließe, was? Erst Mal im Allgemeinen: Ich finde es äußerst interessant! Ich habe einen ähnlichen Beitrag in meinem tschechischen Efeugebüsch eingepflanzt und habe zwar vermutet, dass die Reaktionen komplett anders sein werden, dass der Unterschied aber so krass wird, hätte ich wirklich nicht gedacht. Das kommt zum großen Teil auch davon, dass meine tschechischen Leser auch einen sehr ähnlichen Geschmack haben, sie lieben so wie ich Stephen Fry (und Oscar Wilde und slash :-)) und Alan Rickman und das, wie er Shakespeare vorliest. Und sie sind auch meist meine Freunde, mit denen wir die Liebe zum Originalton teilen. Und sie haben sich nicht mit Synchron allgemein sondern mit Synchron bei Alice beschäftigt und sich über ihn aufgeregt. So haben ihre Kommentare meist nur ein paar Zeilen, auf denen steht, dass:
- sie den Film lieber klauen würden, um Originalton zu haben, was beweist, wie bös das ist, wenn es auch schon nette Eisbären auf solche Gedanken bringt
- in Prag auch Alice im OmU im Angebot ist
- sie für Original im Kino und Synchron im Fernsehen sind
- Kinos, die keine 3D-Ausstattung haben, den Film im OmU senden und dass sie lieber auf 3D verzichten und Originalstimmen bevorzugen
Der Grund ist nicht Synchron generell sondern Synchron bei Alice. Ich habe euch auch nur nach Synchron bei Alice gefragt ;-) freue mich aber darüber, erfahren zu dürfen, was ihr von Synchron generell haltet.
Nati, wahrscheinlich ist es so, wenn man es nie hatte, sehnt man sich nicht danach. Allerdings fehlt dann auch der Vergleich. Am meisten irritiert mich das mit der Zumutung, wenn man beim Gucken auch noch lesen müsste. Aber das wird wieder daran liegen, dass ich es ja vom Kino nicht wirklich anders kenne – daher stört es mich auch absolut nicht. Es gibt aber auch Tschechen, die es absolut nervig finden, im Kino lesen zu müssen. ;-)
Tomcat3, auch dir gebe ich recht und der Satz „Man kann nicht vermissen, was man nicht hatte“ trifft wohl vollkommen zu. Ich sehe ein, wenn man keine andere Auswahl hat, wird man ja auch irgendwie damit einverstanden. DVDs sind eine akzeptierbare Lösung (und auch da entscheide ich mich meistens für Original mit Untertiteln), aber das Erlebnis im Kino können sie auch nicht hundertprozentig ersetzen.
Und was ist mit Alice? :-)
Jensi, ok, mit Englischlernen lag ich vielleicht daneben. Aber ich sags nochmal, es geht nicht nur um Englisch. Vor kurzem habe ich mir wieder mal einen animierten japanischen Film angeschaut, untertitelt, im Originalton. Das ginge ohne Untertitel ja gar nicht, aber mir würde es leidtun, nicht zu wissen, wie es die Macher haben wollten, den Sound, die Stimmen. Und ich bin dann immer so stolz, wenn ich in der unbekannten Sprache hie und da ein „konbanwa“, ein „gomenn nasaj“ oder „ojasumi“ erkenne. Dasselbe gilt für französische Filme etc. etc. Ich will es euch ja nicht unterschieben, aber das mit der Verunzierung des Bilds kann ich es absolut nicht nachvollziehen. In diesem Falle also wohl eher: Man kann es nicht komisch finden, wenn man es schon immer so bekommen hat.
Efeu Nr. 2 :-), ausm Stress aufgetaucht? Ganz und gar nicht, eigentlich wird es immer schlimmer. Aber gerade deshalb muss ich mich ab und zu ins Gebüsch flüchten. ;-)Was tschechisches Synchron betrifft, passiert es mir in der Tat auch ab und zu mal, dass mich die Originalstimme enttäuscht. Gerade bei Tom Hanks. Forrest Gump zum Beispiel, den Film hab ich im Kino nie gesehen, immer nur mit Synchron im Fernsehen. Und der Synchronsprecher von Tom Hanks ist wirklich toll, Hut ab. Vor Neugier hab ich auf DVD vor kurzem die Originalversion eingeschaltet und war wirklich enttäuscht. Die tschechische Stimme ist viel niedlicher und naiver, viel passender… Das sind aber eher Ausnahmen. Als Gegenbeispiel nehme ich Johnny English. Gut, den Film müsste ich nicht wieder sehen, aber im Kino (mit Originalton) haben mir doch einige Sachen richtig gut gefallen. Wie John Malkovich, der Englisch sprechend mit französischem Akzent so richtig boshaft und eklig klang. Synchronisiert hatte er aber eine normale akzentlose Stimme (obwohl man auch Tschechisch mit französischem Akzent super gut sprechen kann) und dadurch hat der Film so etliches verloren. Von Rowan Atkinson ganz abgesehen, seinen deutschen Synchronsprecher kenne ich zwar nicht, aber meiner Meinung nach ist dieser Schauspieler einfach nicht zu synchronisieren. Bei Love Actually höre ich ihn immer noch so leidenschaftlich sagen: „This is so much more than a bag!” Tut mir leid, Freunde, so was kann man nicht eins zu eins ersetzen. :-) Ebenso wenig wie den kleinen Sam, der „actually in love” ist.
Efeulein, ich sag ja nicht, dass ich es schlimm finde, dass in Deutschland fast immer synchronisiert wird. Und ich war auch in Deutschland öfters mal im Kino und kann mich wirklich nicht entsinnen, dass ich jemals die Qualität schlecht gefunden hätte. Das ändert aber nichts daran, dass ich das Original bevorzugen würde. :-)
Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich es mir schwieriger mache mit den Untertiteln - und dadurch besser bin als andere, die Synchron bevorzugen. Ich wollte einfach nur wissen, ob es euch wirklich nicht stört, weil ich hier halt so viele kenne, die das stört. Und ich wollte wissen, ob es euch bei Alice nicht stört.
TV-Serien sind bei uns synchronisiert. Eigentlich sind es eher Ausnahmen und Art-Filme, die man hier im Fernsehen im untertitelten Original bekommt. Und das Synchron bei Serien haben wir toll, auf alle Fälle, bei Friends, Sex and the City, House MD, Gilmore Girls etc. kann man gar nichts sagen, die sind toll. Wobei ich mir ein paar Folgen Friends bei YouTube auch im Original angeschaut habe und fand einige Szenen und Gags noch viel lustiger als im Synchron. Eben weil dabei selbst bei der größten Mühe einiges untergeht.
Und die Simpsons sind tschechisch synchronisiert tatsächlich besser als im Original. Und besser als deutsches Synchron. Empfinde ich zumindest so - weil ich zum Beispiel von Anfang an daran gewöhnt war, dass Marge von einem Mann gesprochen wurde, der eine Frauenstimme nachmacht. In Deutschland habe ich es dann gar nicht ertragen, die Simpsons zu gucken, weil Marge vonner Frau gesprochen wurde. Ist schon verrückt. :D
Resultat:
- Es gibt Dinge, in denen sich die meisten Tschechen von den meisten Deutschen komplett unterscheiden.
- Es gibt deutsche Dinge, die selbst meine deutsche Seele nicht nachvollziehen kann.
- Ihr werdet die Stimme Alan Rickmans nicht vermissen. :-)
- Ihr werdet bis auf Ausnahmen auch keine andere Originalstimme vermissen.
- Wir lieben Filme.
- Jede Regel hat viele viele Ausnahmen.
- Wir haben uns trotzdem lieb.
- :-)
Das mit der Verunzierung des Bilds kannst du nicht nachvollziehen? Stell dir mal vor, du malst ein Bild und Museum stellt es aus und schreibt unten drauf, was auf dem Bild zu sehen ist. Und nun stell dir noch vor, dass die Besucher nur zehn Sekunden Zeit haben, das Bild anzusehen, dann verschwindet es. Glaubst du, sie kriegen viel von dem Bild zu sehen? Die meisten gucken mehr auf die Untertitel als auf das Bild, in dem aber weitaus mehr Arbeit und Kunst steckt. Du kannst sicher nachvollziehen, dass Kameraleute, Lichttechniker etc. nicht viel von Untertiteln halten. :-)
Als Tonmensch finde ich ebenfalls, dass der Charakter des Originaltons nicht durch Synchronisation zu ersetzen ist, selbst wenn die Synchronisation technisch sauberer ist. Und daher bleibt es für mich eben ein Kompromiss. Am besten wäre es, alle Sprachen perfekt zu beherrschen und alle Filme im Originalton ohne Untertitel zu sehen.
Wow, da haste dir aber Mühe gebeben, auf alle(s) einzugehen! :-) Vielen Dank für diese Diskussion - sie liest sich spannend.
Die Allegorie von Jens mit dem Bild find ich passend. Schlussendlich lässt sich aber wohl echt zusammenfassen:
1. Es ist Geschmackssache,
2. Es gibt gute und schlechte Synchro,
3. Es gibt Filme, da ist es egal (sei’s, weil die Dialoge so schlecht oder so irrelevant sind oder weil sie gut synchronisiert nix verlieren),
4. Es gibt Filme, da ist es nicht egal.
5. Tom Hanks’ Originalstimme scheint auch hinter der tschechischen zurückzustehen und nicht nur hinter der deutschen.
:-)
Und ja, deine Zusammenfassungen treffen auch. :-) Bis darauf, dass du dich irrst und hier einige die Stimme Alan Rickmans [oder John Malkovichs; ich freu mich immer schon über die Werbung(!), in der er zu George Clooney herrlich süffisant-gelangweilt “Make an educated guess…” sagt] sehr wohl vermissen werden - vielleicht aber nicht die Stimme des einen oder anderen sonstigen Darstellers. *g*
Danke auch für die Aufklärung über das “Übliche” in Tschechien zum Thema Kino und TV und Synchro! :-) Klar ist manches im Original noch lustiger, auch bei Serien (derer ich nur wenige kenne, bin mehr der Filmmensch), dennoch behaupte ich einfach mal: Der eine oder andere im Original viel genialere Gag ENTGEHT einem auch in der Nichtmuttersprache. Das Problem hatte ich z.B. bei meiner Lieblings-Sitcom “Frasier”, kennste?
Übrigens hoffe ich angesichts deiner Verteidigung, dass du meine Anmerkung zum “Man kommt sich so viel schlauer vor und es ist ‘chic’, zu sagen: ‘Man muss das schon im Original gesehen haben!’, und auf andere ein bisschen herabzulächeln”-Thema nicht auf DICH bezogen hast! Denn so war es nicht gemeint und so kamen deine Statements ja vorher auch nicht rüber. Ich sag nur: Bei vielen hierzulande ist es ein bisschen Gehabe.
Ich für meinen Teil will bestimmte Filme unbedingt im Original sehen und dafür gibt es dann auch entsprechende Kinos (oder die DVD) - bei anderen ist es mir nicht wichtig… oder aber die Synchro-Fassung empfiehlt sich sogar erstmal, wenn es z.B. eine sehr komplexe Handlung ist, wo man sonst Angst hat, nicht GANZ durchzusteigen. Find’s manchmal eine gute Idee, den Film erst auf Deutsch zu gucken fürs Verstehen und dann nochmal auf Englisch für die Feinheiten und das Goutieren.
Freut sich, dies hier alles zu lesen, und wünscht noch viel Filmspaß:
das andere Efeu :)
PS: Übrigens fand ich “Alice im Wunderland” (ob mit oder ohne Alan Rickmans Stimme *zwinker*) fast enttäuschend, noch jemand? Ich mein, war gut, war schrill, war düster, war Burton - aber ich hatte mir mehr erhofft. Dass er aus dem Stoff noch mehr Eigenes und Neues rausholt, denn schräg war der ja schon vorher, selbst beim süßlichen Disney damals. So, nun massakriert mich. ;-)
Massakrieren werde ich dich nicht, liebes Efeu 2, aber zustimmen kann ich auch niht. Ich war von Alice begeistert, ich liebe sie. Eine Freundin von mir schreibt so ein Fanfiction-Crossover, Harry Potter / der Patriot / Tracys Tiger / Bram Stoker / Alice und was weiß ich noch alles. Es ist toll und erfrischend und Alice ist dort schwarz (nebensächlich), aber vor allem erwachsen und hat eben dieses Kaninchenproblem; jedes Mal, wenn sie einschläft, entlockt sie das weiße Kaninchen in Carrolls Welt. Sie weigert sich einzuschlafen, trinkt literweise Kaffee, hat dunkle Ringe unter den Augen, soweit es ihre dunkle Haut erlaubr. :) Und das war das beste, die Idee (bis auf die afrikanischen Wurzeln) war ja identisch. Die große Alice mit einem sich ständig wiederholenden Alptraum - der irgendwann wahr und gar kein Alptraum mehr wird.
Ich fand’s toll, die weiße Königin, die rote Königin, den Mad Hatter und das Funken zwischen ihm und Alice, die Katze (die wohl am allerallermeisten), die rauchende Raupe, die tapfere Panzeralice, die kleine Alice in der Teekanne, den hyperaktiven Märzhasen, die Maus mit dem Auge, die große in Umhänge gekleidete Alice, die liebe Frankie de la Tour… Ich hab mich herrlich amüsiert und das einzige, was ich richtig vermisst habe, waren eben die Originalstimmen.
Will dir das ja auch nicht vermiesen und mochte den Film auch. Sage nur, ich hatte mir fast noch mehr Begeisterung versprochen, noch mehr Filmmögen. ;-) Vielleicht auch mehr Gegen-den-Strich-Bürsten der Figuren. Stimmt, das mit der übernächtigten, wiederkehrträumenden Erwachsen-Alice war einer solcher Einfälle, ebenso die angedeutete Romanze zum Mad Hatter. Auch, andere Carroll-Werke leicht mit einzuweben. Aber im Großen und Ganzen war es das Altbekannte, vor allem eben bei den Figuren. Und dass die erwachsene Alice quasi das erlebt, was wir schon von der Kind-Alice kennen. Allerdings ist es auch schwer, bei einem solchen, an sich schon schrägen (und vielverfilmten) Stoff noch Neues rauszuholen. Was mich bei aller Begeisterung für “seine” typische, schrille und/oder düstere Optik auch ein bisschen frustet: Dass Burton immer mehr der Versuchung unterliegt, die Filmgeschichten und Figuren Diener der Technik und der Effekte werden zu lassen. Da hat er so tolle Darsteller und die kommen dann kaum zu agieren vor lauter Maske und special effects, die auch manchmal den Film Beiwerk erscheinen lassen. Schade Schokolade. Trotzdem natürlich schön, tolles Kino verglichen mit anderen aktuellen Filmen, grad denen, denen es NUR auf die Technik ankommt und die jede Liebe zur Cineastik (Geschichten erzählen, Figuren formen) mit Füßen treten und trotzdem in den Himmel gelobt werden, ich sag nur Avatar.
Eh das hier zum Zwiegespräch verkommt und mit das Kaninchen mit der Uhr davonrennt, einen lieben Grüngruß aus Berlin und ciao. :-)
Korrektur-PS zur Verständlichkeit: Am Schluss “mit” sollte “mir” heißen… ach, du verstehst mich schon. ;-)
Und: Huch, dein Editor frisst teilweise meine Absatz-Umbrüche! Tses. ;-))